Marco Hutter
26 Jan
26Jan

Aufgrund eines klaren 11:4-Siegs gegen Züri Süd und einer 5:6-Niederlage gegen die Red Devils March-Höfe schliessen die Gators die Saison auf dem vierten Platz ab. Damit haben sie in den Playoffs, welche übernächstes Wochenende starten, Heimrecht. Gegner wird Unihockey Bassersdorf Nürensdorf sein.

Vor einer Kulisse, die für die 1. Liga mit lediglich 15 Zuschauern beim Aufmarsch der Akteure (davon neun mitgereiste Rheintaler) eher gewöhnungsbedürftig war, legten die Gators einen Blitzstart hin. Bereits in der ersten Minute traf Pascal Frei auf Zuspiel von Lasse Paus mit einem Weitschuss. Doch die Reaktion des Aufsteigers Züri Süd folgte umgehend mit dem Ausgleichstreffer. Ab diesem Zeitpunkt dominierten die Rheintaler aber nach Belieben. Und so kam es, dass sich in den Folgeminuten Ramon Hunziker gleich dreimal aufs Skoreboard schreiben liess. Zweimal traf er gleich selbst auf Assist von Ondřej Hlinovský und einmal bediente er Lukas Veltsmid. Züri Süd kam kaum ins Spiel und wurde nur durch Fehler oder Unkonzentriertheiten der Gators gefährlich. So auch in der 10. Minute, als das Schlusslicht nochmals verkürzen konnte. Danach rollte der Gators-Zug aber weiter, und Nicolas Wyss traf nur kurz darauf nach einem Pass von Vitek Bednar. Den Schlusspunkt zum Startdrittel setzte dann Lui Langer, welcher das Zuspiel von Cedric Siegrist zur verdienten 6:2-Führung verwertete.
Auch im Mitteldrittel hatten die Rheintaler Gäste klar die Oberhand. In der 23. Minute verwertete Lasse Paus einen Penalty eiskalt. Und auch die Gators-Tore acht und neun liessen nicht lange auf sich warten und wurden umgehend von Ramon Hunziker und Lui Langer erzielt. Kurz nach Spielhälfte musste dann erstmals ein Zürcher auf die Strafbank. In Überzahl traf Andri Baumgartner auf Assist von Lukas Veltsmid zum «Stängeli». Baumgartner gab nach einer Verletzungspause erst kürzlich sein Comeback und konnte nun bereits wieder skoren. Kurz darauf stellten die Gators ihre Linien um und schonten Kräfte für den nächsten Tag. Dies brachte die Rheintaler zwar etwas aus dem Rhythmus. Dies nicht, weil die Neuen ihre Leistung nicht erbrachten, sondern weil aufgrund neuer Linien auch neue Abstimmungen notwendig sind. Trotz zwei weiterer Rheintaler Überzahlsituationen fielen keine weiteren Treffer mehr und das zweite Pausenresultat lautete 10:2.
Im Schlussdrittel traf Züri Süd früh. Danach waren sie aber wieder mit der eigenen Defensive beschäftigt. Es nahmen zwar beide Mannschaften noch eine Strafe, doch beide Powerplays blieben erfolglos. Zehn Minuten vor Spielende machte Gators-Torhüter Marco Hutter seinem Kollegen Valerio Fiorini Platz, welcher dadurch zum Debüt in der ersten Mannschaft kam. Er machte seinen Job gut und zeigte einige Paraden, musste dann aber auch einmal hinter sich greifen. Den Schlusspunkt setzte Lukas Veltsmid, welcher mit einem Weitschuss von der Mittellinie traf.
Und so fahren die Gators einen verdienten und ungefährdeten 11:4-Sieg gegen Züri Süd ein. Es war aufgrund der wenigen Zuschauer ein spezielles Spiel und da die Gators früh nicht mehr mussten und Züri Süd nicht mehr konnte, erinnerte die Stimmung phasenweise an ein Trainingsmatch. Dennoch waren die drei Punkte wichtig, denn diese ermöglichten, dass es am Sonntagabend in Heerbrugg zum Showdown um den zweiten Tabellenrang kam. Dort trafen sie auf die punktgleichen Red Devils March-Höfe in der 22. und somit letzten Meisterschaftsrunde.

Die Sonntags-Partie startete ausgeglichen mit langen Ballbesitzphasen auf beiden Seiten. In der siebten Minute konnte Ondřej Hlinovský einen Schnitzer in der gegnerischen Spielauslösung zur Rheintaler Führung ausnutzen. Den Pass steuerte Mali Müller bei. Kurz darauf musste zudem ein Innerschweizer auf die Strafbank. Das Gators-Powerplay, welches am Vortag nicht wie gewünscht performte und einige Chancen ausliess, konnte den Ball gut und schnell laufen lassen. Dennoch kam zu wenig Gefahr auf das gegnerische Tor. Im Gegenteil: Nach einem Freistoss kassierten sie ein Gegentor in Überzahl. Es ging ausgeglichen weiter, bis Lasse Paus in der 16. Minute über das halbe Feld rannte und mit einem Weitschuss die Gators in Führung brachte. Zwei Minuten vor Spielende bauten die Rheintaler ihre Führung mittels einer sauber ausgeführten Freistossvariante gar noch zum 3:1 aus. Es traf Joel Stieger auf Zuspiel von Cedric Siegrist.
Im Mitteldrittel konnten die Red Devils March-Höfe früh verkürzen, als sie nach einem Freistoss trafen. Danach ging die Partie ausgeglichen weiter. Die Rheintaler hatten einige Abschlussmöglichkeiten, scheiterten aber an ihrer Effizienz. So fanden im Mitteldrittel zwei Drittel der Schüsse den Weg aufs Tor nicht. Exakt eine Sekunde vor Ende des Mitteldrittels fuhren die Gators einen schönen Angriff, welchen Pascal Frei zum viel Umjubelten 4:2 abschloss. Assistgeber war Lasse Paus.
Im Schlussdrittel kamen die Schiedsrichter unfreiwillig in den Mittelpunkt. In der 46. Minute gaben sie einen Treffer der Red Devils, welcher nach einem unkorrekt ausgeführten Eckball zustande kam und nicht hätte zählen dürfen. Ebenso umstritten ist die Situation drei Minuten später. Der Innerschweizer Ausgleichstreffer wurde wohl mit dem Fuss erzielt, was nicht erlaubt ist. Und als wäre dies nicht genug, kassierten die Rheintaler in der gleichen Minute noch eine für kaum jemanden nachvollziehbare Strafe. Der Unmut haben nicht nur die Akteure auf dem Feld kundgetan, sondern auch die Rheintaler Fans. Ein Ausdruck der offensichtlichen Überforderung der Unparteiischen war die Situation, dass sich der Schiedsrichter zu einer Geste gegen die Gators-Fans hinreissen liess. Das nicht professionelle Verhalten führte zu viel Unverständnis. Im darauffolgenden Powerplay trafen die Red Devils sehenswert ins hohe Eck zur erstmaligen Führung. In der 52. Minute zeigte Lui Langer mit dem Ausgleichstreffer aber, dass die Gators noch am Leben sind. Assistgeber war erneut Lasse Paus. Bei diesem 5:5-Spielstand blieb es dann auch und die Partie musste in der Verlängerung entschieden werden.
In eben dieser Verlängerung konnten die Red Devils March-Höfe bereits nach wenigen Sekunden die Entscheidung herbeiführen.
Damit verlieren die Rheintal Gators mit 5:6 nach Verlängerung. Trotz der strittigen Szenen müssen sich die Gators an der eigenen Nase nehmen. Sie waren zu ineffizient und gaben die Bälle zu leichtfertig her. Auf der anderen Seite zeigten sich die Red Devils March-Höfe effizient, weshalb sie sich auch den Sieg erarbeiteten. Dennoch haben die Schiedsrichter klar zu viel Einfluss auf das Spiel genommen. Zum besten Gator des Abends wurde Lasse Paus gewählt.

Dank des gewonnenen Punktes schliessen die Rheintaler die Saison auf dem vierten Platz ab. Dies ist das beste Ergebnis der letzten Jahre und bringt ihnen zudem das Heimrecht für die anstehenden Playoffs. Dies haben die Gators einer starken Rückrunde zu verdanken, in welcher sie lediglich zwei Niederlagen kassierten. Die Playoffs starten voraussichtlich am 7. Februar gegen Unihockey Bassersdorf Nürensdorf.
Eine weitere positive Nachricht ist, dass Lasse Paus zum zweiten Jahr in Folge Topskorer der 1. Liga wird. Er führt das Klassement mit 44 Punkten klar an. So hat der zweitbeste Skorer lediglich 35 Punkte.