Mit Marco Kipfer haben die Gators einen ausgewiesenen Fachmann für die Leitung der Gators Academy gewonnen. Der gebürtige Bieler übernimmt per 1. August die Gesamtverantwortung für die Nachwuchsausbildung innerhalb der Gators-Organisation. Der zweifache Familienvater stand uns dabei Rede und Antwort.
Ab dem 1. August übernimmst du die Leitung der Gators Academy und ab dem 1. Mai fungierst als Assistenztrainer von Martin Ostransky. Was reizt dich an diesen Rollen?
Durch den Sport durfte ich viele positive und prägende Erfahrungen sammeln. Ein langfristiges Ziel war es stets, meine berufliche Tätigkeit mit dem Sport zu verbinden. Mannschaftssport verstehe ich als Lebensschule, die auch mich persönlich stark geprägt hat – diese Erfahrungen möchte ich weitergeben.
Die Arbeit mit jungen Menschen motiviert mich sehr. Mein Anspruch ist es, neben der sportlichen Ausbildung auch die Persönlichkeitsentwicklung der Juniorinnen und Junioren zu fördern. Die Verantwortung für die Ausbildung von rund 300 Nachwuchsspielerinnen und -spielern sowie der unmittelbare Teamalltag beim Fanionteam der Herren 1 stellen für mich eine zentrale Motivation dar.
Du bringst einen langjährigen Erfahrungsschatz als Trainer und Funktionär mit. Welche Stationen haben dich besonders geprägt?
Meine sportliche Laufbahn begann im Eishockey, wo ich beim EHC Biel und EHC Arosa aktiv war. Aufgrund mehrerer Verletzungen musste ich meine Karriere jedoch frühzeitig beenden. Während meiner Zeit in Arosa kam ich erstmals mit Unihockey in Kontakt.
Nach meinem Umzug ins Rheintal erfolgte über unseren Sohn der Einstieg beim UHC Sarganserland, wo ich zunächst als Trainer auf Stufe E-Junioren tätig war und mich bis zum Headcoach der NLB-Equipe weiterentwickelte. Ergänzend dazu durfte ich Verantwortung als Sportchef und Leiter Nachwuchs übernehmen – Funktionen, die mich sowohl fachlich als auch strukturell stark geprägt haben und mir wertvolles Know-how vermittelten.
Sehr lehrreich war zudem meine Arbeit als Verantwortlicher beim Aufbau des regionalen Leistungszentrums Zentralschweiz, im Sarneraatal sowie im Sportnetz Obwalden, wo ich strategische Konzepte entwickeln und umsetzen konnte. Durch den Diplomlehrgang Sportmanagement an der Universität Fribourg konnte ich mein Fachwissen zusätzlich vertiefen.
Meine erste Tätigkeit als Headcoach bei den Gators ermöglichte es mir, diesen grossartigen Verein mit enorm viel Potenzial kennen- und schätzen zulernen. Auch die letzten Stationen beim UH Appenzell (NLB Damen) und beim UHC Herisau waren äusserst bereichernd – nicht zuletzt aufgrund der vielen inspirierenden Persönlichkeiten, denen ich begegnen durfte. Aus all diesen Stationen nehme ich wertvolle Erfahrungen mit, die ich nun gezielt in die Gators Academy einbringen möchte.
Welche Schwerpunkte möchtest du in der Ausbildung der Juniorinnen und Junioren setzen?
Die Ausbildung soll stufengerecht, ausgewogen und nachhaltig gestaltet sein. Ein klarer roter Faden ist mir dabei besonders wichtig, sodass sich Spielerinnen und Spieler aber auch Trainerinnen und Trainer in der Ausbildung wiederfinden und identifizieren können.
Neben den klassischen Bereichen Athletik, Technik und Taktik legen wir grossen Wert auf die kognitiven Fähigkeiten und das Spielverständnis. Ebenso zentral ist die gezielte Aus- und Weiterbildung der Trainerinnen und Trainer sowie die aktive Einbindung der Eltern. Eine offene und transparente Kommunikation ist dabei ein wesentlicher Bestandteil unserer Philosophie.
Welche Primärziele verfolgst du mit der Gators Academy?
Jedes Kind und jede jugendliche Person im Verein soll alters- und leistungsadäquat ausgebildet werden – unabhängig davon, ob die individuelle Zielsetzung im Breiten- oder Leistungssport liegt. Wir verfolgen eine gemeinsame Grundidee im Spielkonzept, arbeiten jedoch mit individuellen Methodiken, angepasst an die jeweilige Ausbildungsstufe.
Ein zentrales Ziel ist zudem eine hohe Durchlässigkeit zwischen dem Nachwuchs- und dem Aktivbereich. Eine einheitliche Spielidee soll sicherstellen, dass dieser Übergang nachhaltig gelingt. Dabei soll keine isolierte Denkweise innerhalb der einzelnen Stufen entstehen. Das Dreieck zwischen Herren 1, U21 und Breitensport soll enger vernetzt werden, damit sich junge Spielerinnen und Spieler gezielt entwickeln und schrittweise an das Niveau der 1. Liga herangeführt werden können.
Neben deiner Rolle in der Academy wirst du auch als Assistenztrainer von Martin Ostransky tätig sein. Wie siehst du deine Funktion im Staff?
Ich bin sehr motiviert und freue mich auf die Aufgaben beim Fanionteam. Martin Ostransky soll sich primär auf die taktischen und führungsbezogenen Aspekte konzentrieren können. Meine Rolle sehe ich als Bindeglied innerhalb des Staffs, insbesondere in der Schnittstellenarbeit. Ziel ist es, den Headcoach gezielt zu entlasten und ihn sowohl an der Bande als auch abseits des Spielfelds bestmöglich zu unterstützen.